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Der Minijob ab 70 - immer mehr Rentner müssen arbeiten

Die Altersgrenze für die Rente erreichen und dann das Leben genießen, ein schöner Traum fürs Alter, den sich immer weniger Menschen wirklich erfüllen können. Stattdessen suchen immer mehr Menschen ab 70 Jahren einen Minijob, damit sie Kosten wie die Miete oder ihre Ernährung sichern können. 

Betrachtet man Untersuchungen, die sich mit Minijobs bei Senioren in Schleswig-Holstein und Hamburg beschäftigen, dann hat sich die Anzahl arbeitender Senioren mehr als verdoppelt. Eine Entwicklung, die zeigt, dass die ausgezahlten Renten immer geringer ausfallen, um ohne Zusatzverdienst davon leben zu können. Aber genauso die stetigen Erhöhungen von Mieten, Strom- und Heizkosten lassen keine Altersruhe aufkommen. So ergeben sich fünfstellige Zahlen bei den Minijobbern, die die Altersgrenze von 70 Jahren überschritten haben.

Gerade Menschen dieses Alters sind nun gezwungen viele Stunden zu sehr geringen Stundenlöhnen zu arbeiten. Wer aber in diesem Alter schon unter Altersbeschwerden oder schweren Krankheiten leidet, der muss sich auf den Weg machen und staatliche Unterstützung beantragen. In einer Arbeitswelt, wo Jugend mit bester Arbeitsleistung gleich gesetzt wird, da muss der alte Mensch in seiner finanziellen Not die Hilfsjobs annehmen, die auf dem Arbeitsmarkt als minderwertig angesehen werden. Erworbene Fähigkeiten sind nicht mehr gefragt, denn beim Minijob werden nur Hilfsarbeiten angeboten, vor allem wenn der Arbeitswillige die Rentengrenze überschritten hat.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Diskussion um die zu verschiebende Altersgrenze für die Rentenzahlung bei vielen Rentnern nur Kopfschütteln hervorruft. Denn wo die finanziellen Mittel zum Leben einfach fehlen, da ist ein Minijob wirklich zum Überleben notwendig. Da kann die Forderung an die Politik einfach nur lauten, dass entweder eine Grundrente zu zahlen ist, die alle Alltagskosten abdecken kann oder das allgemeine Bürgergeld sollte kommen, dass als Zusatzgeld zur Rente ein menschenwürdiges Leben ohne Hilfsarbeiten bescheren könnte.

Eine Hauptforderung kann aber auch sein, dass man für Rentner verstärkt auf dem Arbeitsmarkt gute Jobs schaffen sollte, die ebenfalls bei der Bezahlung auf einem höheren Niveau liegen müssen. Dies könnte auch dem oft angeprangerten Fachkräftemangel entgegenwirken, wenn Rentner in ihren alten Betrieben oder Fachrichtungen junge Menschen einarbeiten und so ihr über Jahrzehnte erworbenes Wissen weitergeben. So wird der Nebenjob nicht mehr nur zum notwendigen Übel, sondern zu einem würdevollen Lebensinhalt.



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