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Hypertonie und Hypotonie – Hoher und niedriger Blutdruck

Was ist Blutdruck?

Das Blut in unserem Körper wird vom Herzen in unsere Organe und wieder zurück gepumpt. Damit das geschehen kann, muss das Herz einen gewissen Druck erzeugen. Und das geschieht in zwei Phasen. In der Pumpphase zieht sich das Herz zusammen und pumpt das Blut in die Gefäße – der höhere systolische Blutdruck. Danach erschlafft das Herz wieder, um sich erneut mit Blut zu füllen - der niedrigere diastolische Druck.

Wenn wir Sport machen oder aufgeregt sind, muss das Herz mehr arbeiten, sodass der Blutdruck steigt. Wenn wir dagegen nichts tun, arbeitet das Herz langsamer, sodass der Blutdruck sinkt. Der Blutdruck passt sich also den Erfordernissen an. Schwankende Werte sind daher normal. Ist unser Blutdruck jedoch dauerhaft erhöht oder zu niedrig, spricht man von Hypertonie oder Hypotonie.

Beim Messen des Blutdrucks müssen immer der systolische und diastolische Blutdruckwert erfasst werden. Der systolische Wert sollte zwischen 110 und 130 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule = Maßeinheit des Drucks) liegen. Und der diastolische Wert sollte ca. 60-85 mmHg betragen.

Hypertonie – Bluthochdruck

Die arterielle Hypertonie gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Gefäßsystems mit dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten ab 140/90 mmHg (Systole/Diastole).

Man unterscheidet zwischen der häufig auftretenden Primären (Essentiellen) Hypertonie, der keine Vorerkrankungen zu Grunde liegen, und der selten vorkommenden Sekundären Hypertonie, die aufgrund von Erkrankungen, wie angeborenen Herzfehlern, Nieren-Erkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen, ausgelöst wird.

Ursachen für Bluthochdruck:

Warum es zur primären Hypertonie kommt, kann nicht genau gesagt werden. Man geht davon aus, dass Gene, Vererbung und der Lebensstil eine wichtige Rolle spielen. Übergewicht, mangelnde Bewegung, Alkohol und Rauchen stellen beispielsweise Risikofaktoren dar. Die Gefäße verlieren im Lauf der Zeit an Elastizität, wodurch das Herz mehr pumpen und dadurch einen höheren Blutdruck erzeugen muss.

Symptome für Bluthochdruck:

Leider gibt es kaum Symptome, an denen man die Erkrankung erkenn könnte. Aus diesem Grund wird Bluthochdruck oft zu spät und nur bei einer anderen Untersuchung beiläufig entdeckt. Gelegentliche Kopfschmerzen, Schwindel, starke Müdigkeit und andere „leichte“ Beschwerden, die mit der Zeit auftreten können, werden meist nicht direkt mit Bluthochdruck verbunden. Man sollte diese Reaktionen seines Körpers jedoch immer ernst nehmen und sich lieber zu früh, statt zu spät untersuchen lassen.

Folgen von Bluthochdruck:

Umso höher der Blutdruck ist, desto mehr muss das Herz pumpen, damit all unsere Organe mit ausreichend Blut versorgt werden. Mit der Zeit verdickt sich dadurch die Wand der linken Herzkammer, sodass der Herzmuskel nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden kann. Es kann zu Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und zum Gefäßverschluss führen. Die Folgen können Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche oder Schlaganfall sein.

Die Gefäßverkalkung tritt aber nicht nur im Herz auf, sodass es zu weiteren Folgeerkrankungen kommen kann. In der Aorta (Hauptschlagader) kommt es aufgrund des hohen Druck beispielweise zu Erweiterungen/Ausbuchtungen der Gefäßwände, einem Aneurysma. Dieses kann im schlimmsten Fall reißen und lebensbedrohliche innere Blutungen auslösen. Zudem kann es zu Nierenerkrankungen und Sehbeeinträchtigungen kommen.

Therapie von Bluthochdruck:

Ziel einer Therapie ist es, den Bluthochdruck dauerhaft auf normale Werte zu senken. Bereits ohne Medikamente kann man viel erreichen, indem man: sein Normalgewicht erreicht und hält, sich gesund ernährt, Sport treibt, nicht raucht und wenig bis keinen Alkohol trinkt, Stress vermeidet etc. Hilft das alleine nicht bzw. werden diese Tipps nicht befolgt, müssen blutdrucksenkende Medikamente eingenommen werden.

Blutdruckmessung:

Wichtig ist, seinen Blutdruck regelmäßig zu messen. Das kann beim Arzt, aber auch zu Hause geschehen. Es gibt Blutdruckmessgeräte zum Beispiel für den Oberarm oder das Handgelenk. Bevor man seinen Blutdruck zu Hause alleine misst, sollte man sich die Handhabung beim Arzt zeigen lesen. Auf dem Blutdruck Messgerät sind der obere, systolische, der untere, diastolische, Wert und der Puls erkennbar. Dazu gehört eine Manschette, die um den Oberarm oder das Handgelenk befestigt wird.

Bevor man seinen Blutdruck misst, sollte man sich ein paar Minuten Ruhe gönnen. Da die Messung in Herzhöhe erfolgen sollte, legt man den Arm bei Messung am Oberarm gerade auf den Tisch und stellt ihn bei der Messung am Handgelenk leicht auf. Am besten ist es, den Blutdruck zu verschiedenen Tageszeiten zu messen, um einen guten Überblick über die Schwankungen zu haben.

Hypotonie – Niedriger Blutdruck

Bei Werten unter 100/60 mmHg spricht man von niedrigem Blutdruck. Im Gegensatz zum hohen Blutdruck, hat er keine gesundheitlichen Folgen und muss nicht dauerhaft, sondern nur beim Auftreten behandelt werden.

Ursachen:

Wie beim erhöhten Blutdruck, unterscheidet man auch beim niedrigen Blutdruck zwischen dem primären niedrigen Blutdruck (essentielle Hypotonie), dem keine Erkrankung zu Grunde liegt und der am häufigsten vorkommt, und dem sekundären niedrigen Blutdruck, der zum Beispiel aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung entsteht. Häufig betroffen sind junge, schlanke Frauen, die sich wenig bewegen.

Symptome:

Durch Hypotonie kann es aufgrund der mangelnden Blutversorgung zu Schwindel – besonders beim Aufstehen -, Müdigkeit, Kopfschmerzen und kalten Händen und Füßen kommen. Sogar Bewusstlosigkeit ist möglich, sodass auch Hypotonie nicht zu unterschätzen ist. Da das Herz mit dem wenigen Blutdruck weniger Blut verteilen kann, werden vorrangig die lebenswichtigen Organe versorgt und die anderen vernachlässigt. So kann es bei Hypotonie auch zu Atemproblemen kommen.

Therapie:

Das beste Mittel, um seinen Blutdruck wieder in Schwung zu bringen, ist Bewegung an frischer Luft. Auch Wechselduschen am Morgen und salzige Suppen können helfen. Salz kann helfen, die Gefäßspannung zu erhöhen, sodass der Blutdruck steigt. Wichtig ist auch, ausreichend Wasser zu trinken. Denn häufig führt Flüssigkeitsmangel zu niedrigem Blutdruck.

Wenn diese Tipps nichts bringen und der Blutdruck ständig zu niedrig ist, sollte man seine Blutdruckwerte von einem Arzt untersuchen lassen, da dann ggf. Medikamente zur Erhöhung des Blutdrucks benötigt werden.

Was man übrigens vermeiden sollte, sind zu viel Kaffee, Sekt, Cola oder Energy-Drinks. Diese Getränke können zwar helfen, den Körper kurzzeitig auf Trab zu bringen. Danach sinkt der Blutdruck jedoch wieder extrem ab. Ebenfalls vermeiden sollte man lange, heiße Bäder. Wenn, dann kurz und nicht zu heiß baden und sich danach kalt abbrausen.

Bleiben Sie zudem in Bewegung. Wer lange stehen muss, sollte lieber umherlaufen und die Beine bewegen. Wer viel sitzt, sollte die Beine ebenfalls bewegen, nicht übereinander schlagen und immer mal aufstehen und umhergehen.



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