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Krank durch Büroarbeit

Die Frau auf dem Bild lächelt zwar, doch Büroarbeit kann der Gesundheit schaden. Vor allem die Bewegungslosigkeit und das lange Starren auf einen PC-Bildschirm können zu Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, erhöhtem Blutdruck, Handgelenkbeschwerden, aber auch Depressionen etc. führen. Ungefährlich ist der PC-Arbeitsplatz also nicht!

Rücken- und Nackenschmerzen

Am häufigsten leiden die Deutschen mit einer hauptsächlich sitzenden Tätigkeit unter Nacken- und Rückenschmerzen. Ist ja auch kein Wunder, bei ca. acht Stunden täglich sitzend am Schreibtisch. Die häufige Ursache liegt somit daran, dass wir zu viel sitzen und uns zu wenig bewegen. Es handelt sich um eine einseitige Belastung, die auch nach der Büroarbeit nicht aufhört. Denn das Sitzen geht weiter: im Auto oder Bus, auf dem Sofa, im Kino, im Restaurant… Zudem führt auch ein falsch eingerichteter PC-Arbeitsplatz zu Nacken- und Rückenbeschwerden. Wessen Bildschirm zu niedrig steht, muss den Blick nach unten richten, sodass der Nacken verspannt. Der Rücken wird zusätzlich gekrümmt. Daher gilt erst einmal: einen Untertisch für den Bildschirm nutzen oder den Stuhl tiefer stellen und immer mal aufstehen – zum Kaffee holen, mit den Kollegen sprechen, zur Toilette gehen. Und auch während des Sitzens beweglich bleiben, auf einem mobilen Sitzkissen zum Beispiel.

Wichtig ist aber auch, sich nach der Arbeit ausreichend zu bewegen. Ausdauersport und spezielle Gymnastikübungen 2-3mal die Woche für ca. 1-2 Stunden sind am besten. Aber auch Spaziergänge können schon helfen, dass die betroffene Partie entlastet wird und der einseitigen Belastung entgegen gewirkt werden kann. Auch Physiotherapie, also Massagen, ist eine gute Therapieform und kann die Muskelpartien entspannen, wie auch die Verwendung von Nackenwärmekissen. Aufgewärmt in der Mikrowelle können sie Verspannungen lösen und angenehm wärmen. Wer nicht gerne sportelt, findet sicher dennoch etwas, das ihm Spaß macht. Tanzen zum Beispiel, Schwimmen oder ein Schauspielkurs. Es gibt vieles, was man machen kann, um in Bewegung zu bleiben.

Handgelenk- und Armschmerzen (Maus-Hand, Maus-Arm)

Wir klicken und tippen – und das den ganzen Tag. Kein Wunder, wenn nach einiger Zeit das Handgelenk, der Arm, der Ellenbogen und die Schulter wehtun. Bezeichnet wird das dann oft als Maus-Hand, Maus-Arm oder Maus-Ellenbogen – eben aufgrund der Arbeit mit der Computer-Maus. Denn dabei wird die Hand immer gleich aufgelegt und meist der Zeigefinger zum Klicken genutzt, sodass sie verkrampfen bzw. es zu einer schmerzhaften Überbelastung kommen kann. Bezeichnet wird dies auch als RSI-Syndrom („repetive stain unjury“ – Verletzung durch wiederholte Belastung). Es fängt mit einem leichten Kribbeln an und führt zu Taubheit und Schmerzen, sowie Kraftverlust aufgrund von Entzündungen.

Vorbeugen kann man, indem man eine ergonomische Maus, sowie ein ergonomisches Mouse-Pad nutzt, durch das das Handgelenk gestützt wird, öfters Klick- und Schreibpausen einlegt und darauf achtet, dass der Arm gerade auf der Tischplatte aufliegt. Hat man bereits Beschwerden, sollte man versuchen, die Hand und den Arm weitestgehend zu schonen, indem man zum Beispiel eine leichte Handgelenkbandage trägt. Bei sehr starken Beschwerden sollte man sich krankschreiben lassen und der Hand Ruhe gönnen.

Gewichtszunahme und Folgen

Wer den gesamten Arbeitstag sitzend verbringt, hat einen niedrigeren Kalorienverbrauch, als ein aktiver Mensch. Darauf muss die Kalorienzufuhr angepasst werden. Das heißt, mehr bewegen und weniger essen – vor allem auf die Snacks und Schokolade zwischendurch verzichten. Wer sich jeden Tag in der Kantine oder beim Bäcker verführen lässt, nimmt sich am besten ein wenig dunkles Brot mit dünnem Belag, Obst und Gemüse von zu Hause auf Arbeit mit. Und nur das wird auch gegessen – schön über den Tag verteilt, damit Hungerattacken ausbleiben. Denn sonst kann es schnell zur Gewichtszunahme und damit auch zu anderen gesundheitlichen Problemen kommen, wie Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bleiben Sie während des Tags aktiv! Wer kann, sollte mit dem Rad zur Arbeit fahren, Treppen steigen statt den Aufzug zu nehmen, zu Kollegen in andere Büros laufen, statt sie anzurufen, in den Pausen kleine Fitnessübungen machen etc.

Augenprobleme und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen und Augenprobleme hängen oft miteinander zusammen. Wer es schafft, die Ergonomie am Arbeitsplatz für seine Augen zu verbessern, kann damit auch in vielen Fällen Kopfschmerzen lindern. Wer seine Konzentration und Augen den gesamten Arbeitstag auf einen PC-Bildschirm richtet, beansprucht seine Augen enorm. Denn beim normalen Sehen schweift unser Auge immer umher, kann sich an die verschiedenen Hintergründe gewöhnen und bleibt so lebendig. Doch bei PC-Arbeit ist das Auge die ganze Zeit auf die gleiche Stelle gerichtet. So kann es austrocknen, schmerzen und sich röten und Sehbeschwerden verursachen. So haben viele Menschen mit Computerarbeit Kurzsichtigkeit, die während der Arbeit übrigens ideal mit einer Brille und nicht mit Kontaktlinsen behoben werden sollte – damit die Augen nicht noch mehr austrocknen. Natürlich sollte die Sehstärke regelmäßig kontrolliert werden. Möglich ist zudem, die Schriftgröße am Computer so zu verändern, dass kein Blinzeln oder extremes Nach-Vorne-Beugen notwendig wird.

Wichtig ist, seinen Blick in regelmäßigen Abständen vom Bildschirm abzuwenden und am besten nach draußen zu schauen. Viel Wasser trinken und regelmäßig lüften gehört ebenfalls dazu. Auch spezielle Augentropfen gegen Trockenheit können helfen. Zudem sollte der Computer seitlich zum Fenster stehen, um Blenden zu vermeiden, und man sollte nachts natürlich ausreichend schlafen, damit der Körper und damit auch die Augen ausgeschlafen und munter sind. So haben in den meisten Fällen auch Kopfschmerzen keine Chance mehr.

Psychische Probleme

Psychische Probleme, wie Angstprobleme oder Depressionen, können verschiedene berufsbedingte Ursachen haben. Dazu gehören Mobbing und viel Stress, aber auch Unterforderung.

Das Telefon hört nicht auf zu klingeln, die Mails und zu bearbeitenden Dokumente stapeln sich und der Chef packt immer noch eine wichtige Aufgabe obendrauf. Und das Tag für Tag. Der Dauerstress führt dazu, dass wir immer auf Hochtouren arbeiten und nicht mehr runter schalten können. Das Herz schlägt schneller und es ist keine Zeit für eine Ruhepause. Dass das auf Dauer nicht gesund ist, ist klar. Wichtig ist, sich immer mal Entspannungspausen zu gönnen – ob das der Terminkalender nun zulässt oder nicht. Eine Pause steht jedem Mitarbeiter zu, die er sich nehmen sollte, ja sogar muss. Dazu gehört auch, mal nein sagen zu Aufgaben. Kein Mensch kann alleine alles schaffen! Das heißt auch, Arbeit und Privates zu trennen. Wer auch zu Hause weiterarbeitet, erreichbar bleibt und Aufgaben erledigt, kann nie richtig abschalten.

Viele leiden zudem unter der Monotonie ihrer Arbeit. In zahlreichen Büro-Berufen sind die Bewegungsabläufe täglich ungefähr gleich. Man hat das Gefühl, nicht mehr weiterzukommen, auf der Stelle zu treten und sein Leben zu vergeuden. Genauso schlimm wie eine Überforderung, ist somit auch eine Unterforderung. Wer zu wenig zu tun hat und sich langweilt, fühlt sich nicht gebraucht und nutzlos, hat Zeit zum Nachdenken und Grübeln und hat Angst. Angst vor Jobverlust, Angst vor der Zukunft etc. Das führt wiederum dazu, dass die Arbeit keinen Spaß mehr macht, die Konzentration abnimmt und die Freizeit nicht mehr genossen werden kann – bis hin zum Zusammenbruch, dem Burnout. Nehmen Sie sich Ruhepausen und schalten Sie ab, wenn Sie zu Hause sind. Wer das Gefühl hat, nicht mehr aus der depressiven Phase herauszukommen und vielleicht sogar Suizidgedanken hat, sollte professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen!



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