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Mit dem Hörverlust im Alter sinken auch die Gedächtnisleistungen

Das Alter bringt einige unangenehme Leiden und Beschwerden mit sich. Der Bewegungsapparat ist meist eingeschränkter und die Leistung der Augen nimmt ab. Viele Senioren klagen zudem über ein vermindertes Hörvermögen. Häufig werden diese altersbedingten Symptome überspielt und erst sehr spät werden Hilfsmittel herangezogen. Dieses Verhalten könnte nachhaltige Folgen mit sich ziehen. So haben jüngst Wissenschaftler veröffentlicht, dass ein Hörverlust bei Senioren mit einem schnelleren geistigen Verfall einhergeht. 

Eine mögliche Verbindung zwischen dem Hörvermögen und den geistigen Fähigkeiten

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des US-amerikanischen Institutes „National Institute on Aging“ zeigt, dass es vermutlich eine Verbindung zwischen dem Hörverlust bei Senioren und einer beschleunigten Verschlechterung der geistigen Leistungen gibt. Die Wissenschaftler testeten im Rahmen der Studie knapp 2.000 Senioren, die im Durchschnitt 77 Jahre alt waren. Bereits mehr als die Hälfte der Teilnehmer konnten bereits einen Geräuschpegel von 25 Dezibel nicht mehr hören, was mit einem Flüstern verglichen werden kann. Dies reflektiert die Verteilung in der Allgemeinbevölkerung, da mehr als 50 % der Senioren Probleme mit dem Hören haben. Über sechs Jahre überprüften und verfolgten die Wissenschaftler das Kurzzeitgedächtnis sowie das Aufmerksamkeitsvermögen der Studienteilnehmer. Die geistigen Fähigkeiten von allen Studienteilnehmern verschlechterten sich über die Jahre, aber Personen mit einem zunehmenden Hörverlust schnitten dabei noch schlechter ab. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein schlechteres Hörvermögen das Gehirn schädigen kann. So weichen die meisten Senioren mit Hörschwierigkeiten sozialen Situationen zunehmend aus. Eine soziale Isolation wiederum nimmt negativen Einfluss auf das Gehirn.

Ein schnelles Agieren könnte die Abnahme der Gedächtnisleistungen verlangsamen

Die Wissenschaftler betonen, dass noch weitere Studien zur Absicherung der Ergebnisse notwendig sind. So soll vor allem die Vermutung überprüft werden, dass eine frühzeitige Verwendung von Hörhilfen den Verfall der mentalen Fähigkeiten verlangsamen könnte. Es könnte sich als ratsam erweisen, bereits bei einer geringen Beeinträchtigung des Hörvermögens zu Hilfsmitteln zu greifen. Unterhaltungsverstärker und Telefonverstärker sind Vorstufen für ein individuelles Hörgerät. Sie können ohne Heranziehung eines Arztes erworben werden und sind frei von Nebenwirkungen. Schämen muss sich für eine frühzeitige Verwendung dieser Hörhilfen niemand. Sie können vermutlich vor einem beschleunigten Verfall der Gedächtnisleistungen schützen.
Bildnachweis: © Janina Dierks - Fotolia.com


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