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Pro und Contras ausländischer Pflegeheime

Den Lebensabend im Kreise ihrer Familien und Freunde zu verbringen ist der sehnlichste Wunsch vieler Senioren. Sobald jedoch der Alltag nicht mehr selbstständig zu bewältigen ist, wird die Zukunftsplanung zur Kostenfrage. Die Unterbringung in einem Pflegeheim übersteigt oft deutlich die Rente und die Leistungen der Krankenkasse. Deshalb entschließen sich immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörigen für eine Unterbringung in einer ausländischen Pflegeeinrichtung. 

Doch ist die günstigste auch wirklich die beste Lösung für alle Beteiligten. Pflegeheime in Osteuropa oder Thailand bieten gezielt Angebote für Rentner aus dem deutschsprachigen Raum an. Dazu zählen neben Pflegekräften mit guten Deutschkenntnissen die Betreuung in Zimmern, Wohnungen oder sogar kleinen Häusern. Der Pflegestandard übertrifft dabei nicht selten den deutscher Einrichtungen. Ausgebildete Pflegekräfte müssen sich in der Regel um weniger Senioren kümmern als in Deutschland, was besonders Demenzkranken und intensiv Pflegebedürftigen zugute kommt. Die Kosten betragen allerdings in der Regel nur ein Drittel des Preises für einen Platz in einem vergleichbaren deutschen Pflegeheim. Für eine gesicherte Finanzierung genügen dann häufig neben der Rente die Pflegegeldzahlungen der Krankenkasse, deren Anspruch mit einem Umzug ins Ausland nicht erlischt. Wer sich mit dem Gedanken an eine Pflege im Ausland trägt sollte jedoch wissen, dass zwar das Pflegegeld gezahlt wird, für Hilfsmittel wie Rollatoren oder Rollstühle aber selbst aufgekommen werden muss.

Neben all diesen Vorteilen gibt es Faktoren, die bei einer Entscheidung nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Ein Umzug ins Ausland bedeutet immer einen radikalen Einschnitt und eine Trennung aus dem vertrauten Umfeld. Menschen, die stark mit ihrer Familie und Freunden verbunden sind unterschätzen leicht das Heimweh, welches die Trennung von Kindern, Enkelkindern und Angehörigen mit sich bringt. Aus häufigen Treffen werden nach dem Umzug aus Kostengründen nur gelegentliche persönliche Besuche. Ob ein telefonischer Kontakt im Alter ausreichend ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Nicht außer Acht lassen sollten Rentner, auch wenn die persönliche Lage im Vordergrund steht, wie die niedrigen Kosten für die Unterbringung zustande kommen.

Natürlich entstehen in Osteuropa und Asien niedrigere Lebenshaltungskosten, aber die Pflegekräfte werden zudem nur gering entlohnt, um den Bewohnern für möglichst geringe Kosten ein Maximum an Pflege und Komfort zu bieten. Dieses moralische Dilemma, welches eigentlich ein politisches sein sollte, gehört allerdings auch in deutschen Pflegeheimen zum Alltag der Heimleitungen und des Pflegepersonals. Lieber in der Heimat von der Familie und einem Sanitätshaus bestens umsorgt oder in der Ferne entsorgt sein, das Alter sollte wirklich lebenswert sein. 

Bildnachweis: © vitmark - Fotolia.com



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