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Von Kindern Leben lernen

Hast du dich auch schon gefragt, warum Kinder um so vieles glücklicher erscheinen als Erwachsene? So sorglos, agil, unbekümmert und fröhlich. Als ob sie vom Leid und Stress des Lebens nichts wissen. Während man sich selbst von einem Tag zum Anderen schleppt und jedem Lichtblick hinterherfiebert.


Dabei ist die Lösung doch so nah: Herumtoben. Hey. Nicht wegklicken oder Augenbrauen heben. Denn genau das ist es, was ein Kind von uns unterscheidet. Sie scheinen nie stillhalten zu können. Immer sind Hände und Füße in Bewegung. Erst in der Schule haben wir damit aufhören müssen. Aber genau das ist es, was unserem Körper fehlt zum Glücklich sein. Bewegung.


Aber jetzt nicht unbedingt gleich Extremsport.


Ok. Warte. Probier das mal: Setz dich bequem auf deinen Stuhl. Jetzt schau dich mal um. Guckt jemand? Nein? Gut. Und jetzt wippe auf und ab, als ob du keine Sekunde länger mehr Still sitzen könntest, weil die letzte Unterrichtsstunde in der Schule sich seinem Ende nähert.
Merkst du was? Ja. Genau. Man wird ganz hibbelig dabei. Ja. Und du hast dich gerade vollkommen blamabel verhalten. Aber ehrlich. Wen stört es? All die Langweiler auf dieser Welt, die nichts anderes zu tun haben, als von einem Tag in den anderen zu existieren? Willst du wirklich so einer sein? Oder möchtest du lieber leben?


Ich weiß, es ist unorthodox vorzuschlagen, sich ab und zu wie ein Kind zu benehmen. Schließlich gibt es gesellschaftliche Regeln und Normen. Aber sich selber im Spiegel Zunge rausstrecken und faxen schneiden darf man doch noch? Oder kennst du diesen Hüpfgang noch, bei dem die Arme an den Seiten im Takt schlenkern? Weißt du noch, wie ein Purzelbaum geht? Oder ein Rad schlagen? Kannst du noch Springseil springen oder Hula-Hoop? Wann bist du das letzte Mal über ein Klettergerüst getollt oder eine Rutsche runter gerutscht? Hast fangen gespielt und warst dann so außer Atem, dass du dich rücklings auf eine Wiese hast fallen lassen. Ohne Rücksicht auf Grasflecken oder Schmutz? Wann hat dir Regen das letzte Mal Spaß gemacht? Tropfen mit dem Mund fangen und in tiefe Pfützen springen?


Sollen wir das alles wirklich aufgegeben haben nur um es Menschen recht zu machen, die uns gar nicht kennen? Um uns an Regeln zu halten, die es gar nicht gibt, nur um maßregelnden Blicken zu entgehen?


Wir haben Waschmaschinen und genügend Einkaufscenter um dreckigen und kaputten Kleidungsstücken beizukommen.
Aber wir haben nur ein Leben. Nur was machen wir daraus?


Übrigens: „Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes.“
(Hermann Hesse, Eine Stunde Hinter Mitternacht, Gesammelte Werke Bd. 1 / http://www.zitate-aphorismen.de/zitate/thema/Kinder/70/10)

Bildnachweis: © Fotowerk - Fotolia.com



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