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Schmerzen beim Sport

„Sport ist Mord“ sagen viele. Und das ist gar nicht mal so falsch. Denn aufgrund von Fehl- und Überbelastungen kommt es dabei häufig zu Schmerzen, die das Training unangenehm machen.

Wie kommt es zu Schmerzen?

Viele Sportanfänger wollen schnell abnehmen und fitter werden und trainieren daher besonders schnell und intensiv. Doch der Körper muss sich erst langsam an ungewohnte Bewegungen und Belastungen gewöhnen. Denn sonst kann es bei unseren Gelenken, Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern zu Verletzungen kommen, die sich mit Schmerzen bemerkbar machen. Auch Muskelkater gehört dazu! Werden diese ignoriert oder als normal bewertet, können sich daraus mit der Zeit auch chronische Schmerzen oder größere Entzündungen/Verletzungen entwickeln.

Nicht zu vergessen sind zudem Beschwerden unseres Herz-Kreislaufsystems. Denn auch das muss sich erst einmal an die Bewegung gewöhnen. Wer das nicht beachtet, kann schnell über Luftprobleme klagen oder sogar aufgrund von Schwindel bewusstlos werden. Kommt es während des Training zu Herzschmerzen, ist ein Arztbesuch Pflicht, der aber allgemein bei Anfängern oder Wiedereinsteigern empfehlenswert ist. Erst, wenn mögliche Vorerkrankungen abgeklärt worden, kann weiter trainiert werden.

Wo treten die Schmerzen auf?

1. Knieschmerzen

Knieschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die während oder nach dem Sport auftreten, z.B. aufgrund von Knorpelschäden, Kreuzbandrissen oder Meniskusrissen. Teils schwillt das Knie an, teils zeigt es aber auch keine äußerlichen Auffälligkeiten. Bei starken Beschwerden können dann nur Röntgen und MRT beim Orthopäden einen Aufschluss über die Ursache geben. Es kann zudem helfen, bei sportlichen Aktivitäten eine Bandage zu tragen. Denn dadurch wird das Knie vor Fehlbewegungen geschützt und stabilisiert. Der Druck lastet nicht so stark auf dem Knie und es wird entlastet.

Häufige Knie-Erkrankungen sind das Patella-Spitzensyndrom oder das Femoropatellares Schmerzsyndrom. Beim Patella-Spitzensyndrom (auch Jumpers Knee) handelt es sich um eine chronische Überlastungserkrankung am Übergang der Knochen und Sehnen im Bereich der Patella. Ursachen sind vor allem Zugbewegungen, die zum Beispiel beim Basketball, Hochsprung oder Joggen auf hartem Untergrund entstehen. Aufgrund zusätzlicher Bänderschwäche und verminderter Dehnbarkeit kann es dann zu dem Patella-Spitzensyndrom kommen, das über Jahre anhalten kann und immer wieder nach Belastung auftritt. Helfen können Ruhepausen, Wärme oder Kälte, Krankengymnastik oder auch eine OP, wenn keine Besserung auftritt. Mit dem Femoropatellarem Schmerzsyndrom (auch Vorderer Knieschmerz) werden im Prinzip alle Knieschmerzen bezeichnet, die die Kniescheibe im vorderen Bereich betreffen. Ursachen können eine Fehlstellung der Kniescheibe, eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder eine Sehnenentzündung (Tendinitis) sein.

MUELLER Jumpers Knee Strap

Bild Copyright: Mueller

2. Handgelenkschmerzen und Ellenbogenschmerzen

Schmerzen in den Handgelenken entstehen unter anderem beim Krafttraining oder Radsport. Tauchen die Schmerzen beispielsweise beim Radfahren auf, kann das an einer falschen Sitzhaltung liegen. Es kann daher helfen, den Sattel bzw. den Lenker höher oder niedriger zu stellen. Optimal ist, wenn die Arme von der Schulter schräg nach unten verlaufen und die Hände locker auf den Griff aufgelegt werden, ohne zu verkrampfen. Mit Barends (auch bar ends, Lenker-Hörnchen) können die Hände während der Fahrt immer wieder verlagert werden.

Häufig auftretend im Handgelenk ist das Karpaltunnelsyndrom, das sich durch Kribbeln und ein Taubheitsgefühl bemerkbar macht. Der Grund liegt an einem verengten Nervenkanal der Handwurzel (durch Überlastung), wodurch der Nerv ständig entzündet ist. Bringt eine Bandage keine Besserung, muss häufig operiert werden, um die Beschwerden dauerhaft zu beseitigen.

Sporlastic Manu-Hit

Bild Copyright: Sporlastic

Auch eine Sehnenscheidenentzündung kann entstehen, wenn häufig die gleichen Bewegungen beim Sport ausgeführt werden, wie Kegeln, Darts, Bowling oder Tennis. Die Beschwerden sind dann oft nicht nur im Handgelenk, sondern auch im Ellenbogen zu spüren, so spricht man auch von dem Tennis- oder Golferarm. Betroffen ist hierbei vor allem der Epicondylus, ein kleiner Knochenvorsprung am Ellenbogen, der mit einer Sehne an die Unterarmmuskulatur und die Hand- und Fingermuskulatur anschließt, was in Greifschwierigkeiten folgen kann. Kälte oder Wärme, Schmerzsalben und Epicondylitis-Spangen können helfen, die betroffene Sehne zu entlasten und Schmerzen zu lindern. Eine Operation ist nur bei starken Beschwerden der letzte Ausweg. Dabei werden die Sehnen und Nerven durchtrennt, um weiter unten im Knochen wieder aneinander wachsen zu können.

BORT EpiContur

Bild Copyright: Bort

4. Nacken- und Rückenschmerzen

Nacken- und Rückenschmerzen können nicht nur durch viel Sitzen, sondern auch durch Sport entstehen. Grund hierfür ist vor allem eine falsche Körperhaltung, zum Beispiel beim Radfahren. Der Kopf sollte hierbei eine gerade Linie mit dem Rücken ergeben und die Arme dann schräg nach unten anschließen. Häufig wird der Kopf jedoch nach hinten überstreckt. Schon beim Fahren können die Beschwerden im Nacken dann anfangen. Wer diese bemerkt, sollte seine Sitzhaltung überprüfen. Die Nackenschmerzen können sonst auch schnell in den Rücken und die Handgelenke übergehen, die jede Radtour zur Qual machen. Empfehlenswert dazu ist auch, Krafttraining zu machen, um die Bauch-, Rücken- und Nackenmuskeln zu stärken. Auch Brustschwimmen kann Nackenschmerzen auslösen. Besser wäre es hier, den Kopf ins Wasser zu tauchen, damit dieser mit dem Körper eine gerade Linie ergibt, oder aufs Rückenschwimmen umzusteigen.

5. Fußschmerzen

Was ebenfalls beim Sport entstehen kann, sind Fußschmerzen. Gerade beim Springen und Laufen haben die Füße eine starke Belastung des Körpergewichts auszuhalten, sodass die Sehnen und Muskeln stark genug sein müssen, dies abzudämpfen. Gute Schuhe allein reichen dazu nicht aus. Kommt dann noch eine Fußfehlstellung dazu, kann es schnell zu Fußhebeproblemen, Achillessehnenentzündungen oder Sprunggelenkbeschwerden kommen. Bei leichtern Beschwerden können Salben und Bandagen helfen, den Fuß zu stützen, zu beruhigen und vor weiteren Fehlbelastungen zu schützen. Natürlich gehört es dazu auch, eine Ruhepause einzulegen und den Fuß zu schonen. Ist keine Besserung in Sicht oder ist der Knöchel durch Umknicken geschwollen, ist der Gang zum Orthopäden unumgänglich. Denn kann es sich auch um einen Riss einer Sehne, einen Knöchelbruch oder eine chronische Entzündung handeln.

Medi Achimed

Bild Copyright: Medi

Schmerzen beim Sport vermeiden, Fazit

Bei den ganzen Entzündungen, Verletzungen und Schmerzen, die beim Sport entstehen können, wollen Sie lieber drauf verzichten? Das wäre aber auch falsch. Denn Sport ist wichtig für uns, um vielen Krankheiten vorzubeugen (z.B. Diabetes, Bluthochdruck…) und fit bis ins hohe Alter zu bleiben. Zudem werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet, sodass Sport auch Spaß macht. Und es wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus, wenn man es nicht überlastet.

Wichtig ist jedoch:

  • Langsam anfangen und nicht zu schnell zu viel wollen
  • Vorher und währenddessen optimal aufwärmen und dehnen
  • Bei Schmerzen aufhören und pausieren, die Ursachen herausfinden und diese ändern (langsamer trainieren, Trainingshaltung ändern, Bandagen tragen, Schuhwerk erneuern…)
  • Bei anhaltenden Schmerzen von einem Orthopäden untersuchen lassen

Wenn Sie diese Regeln beachten, sollten Sie in Zukunft schmerzfrei Sport treiben können bzw. wissen, was Sie gegen die Beschwerden tun können! Übrigens hat mancher Schmerz gar nicht unbedingt etwas mit dem Körperteil zu tun, in dem er auftritt. So können beispielweise auch Zahnfehlstellungen, der Gleichgewichtssinn im Ohr, Hüftfehlstellungen oder Fußfehlstellungen (z.B. nach außen Knicken: Überpronation) Beschwerden im Knie, den Füßen oder den Handgelenken auslösen.

Denn Sport ist nicht Mord!



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