Menu

Das Patella-Spitzensyndrom (Springerknie, Jumpers knee)

Knieschmerzen hat fast jeder mal. Treten diese jedoch häufiger im unteren Bereich der Kniescheibe auf, kann es sich um das Patella-Spitzensyndrom handeln – eine Überlastungserkrankung der Kniescheibenspitze (Patellaspitze) im Bereich des Übergangs der Knochen und Sehnen. Da es häufig bei Sportarten, die mit Sprüngen verbunden sind, wie Volleyball, Basketball, Joggen auf hartem Untergrund, oder Hochsprung, auftritt, wird es auch als Springerknie bzw. englisch jumpers knee bezeichnet.

Anatomisch gesehen

Die Kniescheibe (Patella) hat eine dreieckige Form, mit der Spitze im unteren Bereich zum Unterschenkel hin. Dort verläuft auch die Patellasehne entlang, die den größten Oberschenkelmuskel (Quadrizeps femoris) über die Patella mit dem Schienbein verbindet. So überträgt sie auch die Kraft des Oberschenkels auf den Unterschenkel und wird zur Stabilisierung und Beweglichkeit des Kniegelenks gebraucht.

Ursachen

Ursachen für das Patellaspitzensyndrom sind starke Zugbelastungen der Patellasehne. Jedoch ist nicht jeder davon betroffen, der Sport macht oder mal springt. Es hängt auch von der Dehnbarkeit der Sehne und dem Trainingszustand ab. Beginnt man eine neue Sportart, kann dies aufgrund der ungewohnten Bewegungen zum Patellaspitzensyndrom führen, so wie auch eine angeborene Bandschwäche oder eine Fehlstellung der Kniescheibe, die nicht immer bekannt ist. Auch falsche Techniken beim Abspringen, schlecht sitzende Laufschuhe und eine geschwächte Oberschenkelmuskulatur können die Knieschmerzen auslösen. Aber auch das Alter spielt eine Rolle, da es sich in vielen Fällen um eine degenerative Verschleißerkrankung handelt.

Symptome

Bemerkbar macht sich das Patella-Spitzensyndrom belastungsabhängig. Der Schmerz kann vor, während und nach der Belastung auftreten, sowie auch außerhalb von sportlichen Betätigungen, wie dem Treppensteigen oder Spazieren. In vielen Fällen handelt es sich um chronische Beschwerden, die über Monate oder sogar Jahre andauern können.

Einteilung der Beschwerden

  • Grad 1: Schmerzen nach einer Belastung
  • Grad 2: Schmerzen zu Beginn und nach einer Belastung, jedoch nicht währenddessen
  • Grad 3: Andauernder Schmerz, unabhängig von Belastung
  • Grad 4: Riss der Patellasehne

 

Ein Riss der Sehne ist relativ selten. Betroffen sind vorrangig ältere Personen, bei denen die Sehnen aufgrund von Erkrankungen, wie Diabetes, bereits geschwächt sind. Auch frühere Operationen und Verletzungen können zu einem Riss der Patellasehne führen, zum Beispiel bei plötzlicher starker Kraftanstrengung oder Muskelanspannung, sowie bei einem Unfall oder Sturz. Reißt die Sehne, kommt es zu einem schlagartigen, starken Schmerz. Das Bein hat keine Kraft mehr und kann kaum oder gar nicht mehr gestreckt werden.

Von außen ist das Patellaspitzensyndrom meist nicht erkennbar. Das heißt, das Knie ist weder geschwollen, noch gerötet. Ob es vorliegt, kann sich dann nur aufgrund eines Verdachts durch weitere Untersuchungen, wie Röntgen, Ultraschall oder MRT, herausfinden lassen.

Therapie

Das Wichtigste ist, die Belastung zu stoppen. Treten die Beschwerden nur nach einer Belastung auf, kann es teilweise auch ausreichen, nur stückweise zu pausieren. Umso öfter und schwerer die Schmerzen jedoch auftreten, desto länger sollte die Sportpause andauern. Das können dann mehrere Wochen bis hin zu Monaten sein. Zusätzlich können Wärme oder Kälte (je nach Empfinden), Elektrostimulationen, Massagen, Krankengymnastik und Medikamente helfen, die Beschwerden zu lindern. Helfen kann es auch, bei oder nach dem Sport, eine Bandage zu tragen, um das Kniegelenk zu stützen und zu schützen. Hilfreich ist dabei vor allem ein so genannter Kniegurt. Dieser übt leichten Druck auf das Knie auf, um die Patellasehne zu führen und kann somit Schmerzen lindern und die Heilung beschleunigen.

Ofa Push med Patellabandage

Bild Copyright: Ofa

Optimal ist es zudem, frühestmöglich zu einem Orthopäden zu gehen, um die beste Therapie für sich zu finden und eine schnelle Diagnose stellen zu können.

Bringen konservative Behandlungen keine Erfolge und sind die Knieschmerzen sehr stark, kann eine Operation Abhilfe schaffen. Dabei werden das entzündliche Sehnengleitgewebe oder Sehnenteile entfernt, um Reibung und Zugkräfte zu mindern. Teils reicht auch ein Einschnitt einer Sehne mit einem Laser. Bei einem Patellasehnenriss ist eine OP immer notwendig, bei der die Sehne wieder zusammengenäht wird.

Nach der OP ist eine Ruhephase wichtig. Danach folg die Physiotherapie, um das Knie wieder langsam an Bewegungen zu gewöhnen. Man beginnt zu laufen, macht Kraftübungen und langsam immer mehr, um sich bald wieder normal bewegen zu können. Bis man wieder richtig Sport machen kann, kann es jedoch durchaus einige Monate dauern. Eine OP wird daher nur empfohlen, wenn andere Therapiemaßnahmen nichts bringen und die Schmerzen dauerhaft und sehr stark sind bzw. die Patellasehne gerissen ist.

Wichtige Tipps

Damit das Patella-Spitzensyndrom gar nicht auftritt, gibt es ein paar Tipps, die helfen können:

  • Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport
  • Nicht überlasten, sondern Training langsam steigern
  • Bei Schmerzen sofort aufhören und sich Ruhe gönnen
  • Ausreichend Pausen zwischen sportlichen Aktivitäten machen, damit sich der Körper und in diesem Fall das Knie regenerieren kann

 

Was Sie ebenfalls beachten sollten, ist eine mögliche Fehlstellung Ihrer Beine. Bei X-Beinen oder O-Beinen, sowie bei Fußfehstellungen können spezielle Fußeinlagen das Patella-Spitzensyndrom und viele andere Beschwerden vorbeugen.

Sidas 3 Feet High Schuheinlage

Bild Copyright: Sidas

Hilfreich kann es zudem sein, die Oberschenkelmuskulatur und Wadenmuskulatur zu stärken. So muss die Patellasehne weniger Belastungen aushalten, sodass Beschwerden reduziert werden können.



Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.