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Indikation Karpaltunnelsyndrom

Ihre Hand schläft immer ein, ist taub und schmerzt? Dann könnte ein Karpaltunnelsyndrom dahinter stecken, das unbedingt behandelt werden sollte!

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Wer unter dem Karpaltunnelsyndrom leidet, bei dem ist der Medianus-Nerv im Handgelenk eingeengt. Dieser Nerv verläuft von den Achseln bis in die Handfläche und besteht aus sensiblen und motorischen Fasern, wodurch er für Empfindungen und Bewegungen der Hand und Finger zuständig ist. Damit das passieren kann, verläuft der Nerv durch den Karpaltunnel, der zwischen dem Handwurzelknochen und dem Karpalband verläuft. In diesem verlaufen außerdem Fingersehnen und bestimmte Handmuskeln. Ist der Karpaltunnel jedoch verengt, wird der Nerv eingedrückt und kann zudem beschädigt werden. Betroffen sind häufig ältere Menschen und vorrangig Frauen.

Ursachen

Für das Karpaltunnelsyndrom kann es verschiedene Ursachen geben. Eingeengt wird der Nerv möglicherweise durch rheumatische Erkrankungen, Wassereinlagerungen durch hormonelle Veränderungen (in Schwangerschaft oder in Wechseljahren) oder Fehlstellungen nach Verletzungen. Aber auch ein angeborener enger Karpaltunnel, Diabetes oder Überlastungen des Handgelenks können das Syndrom auslösen, sodass die Ursachen nicht immer klar definiert werden können. Zudem kann es durch bestimmte, immer gleiche Bewegungen und Belastungen in Beruf und Alltag ausgelöst und verstärkt werden. Häufig zeigen sich die Symptome nachts, wenn man mit angewinkelter Hand schläft, oder nach dem Radfahren, wenn die Hand zu sehr abgeknickt auf dem Lenker aufliegt. Und auch die Vererbung spielt eine Rolle.

Symptome

Bemerkbar macht sich das Karpaltunnelsyndrom anfangs durch Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Fingern. Die Beschwerden verschwinden jedoch nach kurzer Zeit wieder. Später können dann auch Schmerzen und Greifschwierigkeiten, vor allem im Daumen, dem Zeigefinger und dem Mittelfinger, die von dem Medianus-Nerv gesteuert werden, hinzukommen, die zudem nicht mehr nur zeitweise, sondern mittlerweile regelmäßig bis chronisch auftreten. Die Schmerzen können nun sogar bis in den Oberarm und die Schulter ausstrahlen. Zudem baut sich die Muskulatur im Daumen langsam ab, wodurch es zu größeren Bewegungseinschränkungen der Hand kommt.

Therapie

Je nachdem, wie stark das Karpaltunnelsyndrom ausgeprägt ist, kann die Therapie konservativ oder operativ erfolgen.

Zur konservativen Behandlung gehört es, das Handgelenk, vor allem nachts, ruhigzustellen. Dafür kommen Handgelenkschienen, Bandagen und Orthesen zum Einsatz. Überlastungen sollen zudem vermieden werden, sodass in vielen Fällen aufgrund des Berufs eine Krankschreibung notwendig wird. Bei starken Beschwerden können zusätzlich entzündungshemmende Schmerzmittel eingenommen werden (z.B. Kortison).

Helfen diese Maßnahmen kaum oder gar nicht, kann nur eine Operation Besserung bringen. Dabei wird die Bandstruktur, die den Karpaltunnel überdacht, durchtrennt, sodass die Sehnen und Nerven nicht mehr eingeengt werden. Die OP kann in zwei Varianten ambulant durchgeführt werden. Beim offenen Eingriff wird die Haut an der Innenseite des Handgelenks aufgeschnitten, um das Karpalband zu durchtrennen. Bei der zweiten Möglichkeit, dem endoskopischen Eingriff, werden zwei kleine Einschnitte gemacht. In den einen wird ein kleines Endoskop (Kamerasonde) eingeführt, in dem anderen wird ein Instrument zum Durchtrennen der Bandstruktur geführt. Welche Verfahrensweise angewendet wird, ist im Prinzip egal. Möglicherweise heilt das Handgelenk nach einem endoskopischen Eingriff schneller ab.

Meist kommt es nach der OP sofort zu einer Linderung der Schmerzen und einem Rückgang des Taubheitsgefühls. Bei vorherigen starken Beschwerden kann es aber auch eine Weile dauern, bis die Gefühle vollständig zurückkommen. War der Nerv schon extrem geschädigt und der Muskelabbau schon sehr vorangeschritten, bringt leider auch eine OP kaum Besserung. Dann müssen weiterhin Schienen getragen und Schmerztabletten eingenommen werden. Demnach richtet sich der Behandlungserfolg stark nach der Schwere der Erkrankung.

Nach der Operation ist es wichtig, die vom Arzt empfohlenen Bewegungsübungen durchzuführen, um den Tast- und Empfindungssinn wieder ausreichend zu trainieren. So kann die Hand bald wieder vollständig und schmerzfrei genutzt werden.



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