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Wie finde ich den passenden Inkontinenz-Artikel?

Wer unter Inkontinenz leidet, tut sich oft schwer damit, die passende Einlage, Windel oder Bettdecke auszusuchen. Es gibt einfach zu viele verschiedene Produkte, die man bisher noch nicht gebraucht hat oder sich noch nicht besorgen wollte. Denn unabhängig vom Alter oder Geschlecht - Inkontinenz in Form von leichter Blasenschwäche bis hin zu schwerer Harn- und Stuhlinkontinenz kann jeden treffen.

Dieser Ratgeber soll Ihnen bei der Auswahl helfen!

Bevor man sich Vorlagen, Windelhosen oder Slips aussucht, müssen einige Fragen geklärt werden. Besonders wichtig zu wissen ist, wie stark man seine Blasenschwäche und/oder Stuhlinkontinenz einschätzt. Das hängt auch davon ab, welche Art von Inkontinenz man hat.

Formen der Inkontinenz

1. Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Diese Form der Inkontinenz kommt mit der Dranginkontinenz am häufigsten vor. Vor allem Frauen sind betroffen, oft nach der Geburt, wenn der Beckenboden geschwächt ist. Hierbei verliert man Harn unter Belastung. Anfangs noch „nur“ beim z.B. Husten, Niesen oder Lachen, später auch beim Aufstehen, Hinsetzen, Heben schwerer Dinge oder sogar im Liegen. Ursache kann eine Störung der Speicherfunktion der Harnblase sein. Bei Anspannung erhöht sich der Druck auf den Verschluss der Harnröhre, sodass Urin austritt.

2. Dranginkontinenz

Das wichtigste Merkmal ist, plötzlich und häufig ganz dringend auf Toilette zu müssen, ohne dass die Blase ganz gefüllt ist. Oft kann dann nicht mehr rechtzeitig eine Toilette aufgesucht werden. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Auftreten kann sie z.B. bei Blasenentzündungen, Übergewicht oder Diabetes. Aber auch eine Störung der Speicherfunktion der Harnblase oder eine vergrößerte Prostata können die Dranginkontinenz auslösen, die demnach auch häufig in Verbindung mit der Belastungsinkontinenz auftritt.

3. Überlaufinkontinenz / Tröpfcheninkontinenz (Inkontinenz bei chronischer Harnretention)

Hier verliert man ständig kleine Mengen („Tröpfchen“) Urin. Ein häufiger Grund dafür ist, dass die Blase zu voll ist, also „überläuft“ und man sie beim Wasserlassen nicht komplett entleeren kann. Aufgrund von Abflussstörungen der Blase, registriert das Gehirn die volle Blase zu spät. Ursachen können eine gutartige Prostatavergrößerung, Verengungen der Harnröhre, aber auch neurologische Erkrankungen sein. Infolge der Überlaufblase kann es zum Rückstau des Urins in die Harnleiter und Nieren kommen, wodurch im schlimmsten Fall eine Niereninsuffizienz ausgelöst werden kann.

4. Reflexinkontinenz und weitere Formen

Die Reflexinkontinenz geht vom Gehirn aus, bei der es zu reflexartigem Harnabgang kommt. Die seltene Inkontinenzarzt tritt z.B. nach einer Querschnittslähmung auf, kann aber auch andere Auslöser haben.

Weitere, seltenere Varianten der Inkontinenz sind z.B. die Extraurethale Inkontinenz, bei der z.B. eine Fistel die Blase mit der Scheide oder dem Enddarm verbindet, sodass der Urin nicht über den Harnleiter abgeleitet wird, oder die überaktive Blase, bei der die gefüllte Blase solange unterdrückt wird, bis beim Bemerken sofort eine Toilette aufgesucht werden muss.

5. Stuhlinkontinenz

Meist geht Stuhlinkontinenz mit einer Harninkontinenz einher, kann aber auch alleine auftreten. Gründe können z.B. Schlaganfall, Alzheimer, Tumor, Querschnittlähmung, Beckenbodensenkung oder Hämorrhoiden sein. Auch hier kann man den Stuhlabgang, ähnlich der Blasenschwäche, in verschiedene Grade gliedern, von anfänglichem Verlust von gelegentlichen Winden bis hin zu unkontrollierten Verlust von dünnflüssigem oder geformten Stuhl, auf die wir jedoch nicht näher eingehen möchten.

 

Grade der Inkontinenz und passende Produkte

Hat man sich mit den Inkontinenzformen auseinander gesetzt, sollte man sich überlegen, ob man lieber Einweg-Produkte oder waschbare Slips aus z.B. PVC verwenden möchte. Das hängt vor allem davon ab, wann man die Einlagen tragen möchte und wie stark die Inkontinenz ist. Man kann sie grundsätzlich nach leichter, mittelschwerer und schwerer Inkontinenz gliedern.

1. Leichte Inkontinenz – Einweg Vorlagen/Einlagen

Bei einer anfänglichen Belastungsinkontinenz oder Tröpfcheninkontinenz, bei der man nur wenig Urin und meist keinen Stuhl verliert, reichen dünne Slipeinlagen und Vorlagen aus. Am besten klebt man diese in den eigenen Slip und wirft sie nach Gebrauch weg. Bei leichter Blasenschwäche geht man ungefähr von einem Urinverlust von 100 ml in vier Stunden aus. Passend dazu kann man Einlagen aussuchen, die auf der Verpackung mit z.B. 1 von 5 Tröpfchen angegeben sind. Es gibt einfache Einlagen und Vorlagen mit Flügeln oder Fixierbändchen zum Kleben an den Seiten, als zusätzlichen Schutz für mobile Personen und für die Nacht.

Leichte Inkontinenz

Bild: Copyright Attends

 

2. Mittelschwere Inkontinenz – Vorlagen/Einlagen, Slips

Auch bei mittelschwerer Inkontinenz kann man sich für Einwegartikel in Form von Einlagen/Vorlagen entscheiden. Praktisch sind zudem auch Einmal-Slips, die wie normale Unterwäsche getragen werden. Sie bieten sicheren seitlichen Auslaufschutz und werden nach Gebrauch einfach entsorgt. Von mittelschwerer Inkontinenz spricht man von einem Urinverlust von ca. 100-300 ml in vier Stunden, teils in Verbindung mit Stuhlabgang. Um sich damit noch sicherer zu fühlen, vor allem nachts und unterwegs, kann man sich auch für waschbare Slips aus z.B. PVC entscheiden, die man mit Einmal-Einlagen kombiniert. Da es die Einlagen und Slips je in verschiedenen Größen für Männer und Frauen gibt, ist es wichtig, die passende Größe genau auszumessen und auszusuchen. Denn nur wenn die Artikel genau passen, können sie ausreichend Schutz bieten.

3. Schwere Inkontinenz – Fixierhöschen, Einweg-Slips, PVC Slips

Bei starker Blasenschwäche verliert man in vier Stunden ca. 300-1000 ml Urin und häufig auch Stuhl. Angegeben sind die Inkontinenz-Produkte in dieser Kategorie mit fast oder maximalen Tröpfchen auf der Packung, sind demnach also sehr saugstark. Einlagen und Vorlagen bieten hier kaum mehr ausreichend Schutz. Am besten verwendet man Fixierhöschen, also Einlagen mit seitlichen Klettbändern, Einmalslips oder waschbare PVC-Slips in Verbindung mit Einlagen/Vorlagen, um sich rundum geschützt zu fühlen, egal ob unterwegs oder zu Hause.

TENA Pants

Bild: Copyright SCA

Bademoden, Bettwäsche und Pflegeartikel

1. Bademode

Auch mit Inkontinenz möchte man nicht auf alltägliche Aktivitäten, wie schwimmen, verzichten müssen. Ratsam sind bei jeder Form der Inkontinenz dafür spezielle Bademoden, in denen ein PVC-Slip eingearbeitet wurde, der absolut wasserundurchlässig ist. So gelangt weder Wasser hinein, noch gelangen Stuhl oder Urin hinaus. So fühlt man sich absolut sicher, egal ob mit leichter Blasenschwäche oder starker Harn- und Stuhlinkontinenz. Und das Schöne an spezieller Inkontinenz Bademode ist, dass sie trotzdem modern aussieht und man ihr die Funktion nicht ansieht – um auf nichts verzichten zu müssen.

Bademode

Bild: Copyright Suprima

2. Möbelschutz

Zum Schutz des Bettes gibt es atmungsaktive und bequeme PVC-Bettbezüge, die die Matratze sicher vor Urin und Stuhl schützen Sie sind waschbar und abwischbar und als Bettlaken, Kopfkissen- und Bettdeckenbezug erhältlich. Soll das Bett nur beim Wechsel von Inkontinenzartikeln geschützt werden, kann man auch Krankenunterlagen verwenden, die in verschiedenen Größen erhältlich sind. Es handelt sich um Einweg-Unterlagen, die aufs Bett gelegt und nach Gebrauch entsorgt werden.

Für Stühle und Bänke gibt es ebenfalls spezielle, waschbare Auflagen, denen man ihre Funktion nicht ansieht. Sie sehen wie gängige Sitzkissen aus und lassen sich leicht zusammengefaltet in der Handtasche mitnehmen. So fühlt man sich auch unterwegs, egal ob auf einer Parkbank, bei Freunden oder in Bus oder Bahn immer sicher.

3. Pflege

Was man auch bedenken sollte ist, dass die Haut im Intimbereich durch die Inkontinenz häufig stark geschädigt wird. Sie ist oft rau und trocken und braucht spezielle Pflege. Inkontinenz Pflegeartikel, wie Pflegeschaum, Lotion, Cremes und Bäder reinigen die betroffenen Hautpartien schonend und pflegen gleichzeitig besonders reichhaltig. Es gibt sie für die Anwendung im Bad, aber z.B. auch als Feuchttücher für das „Baden im Bett“ für bettlägerige Personen. Die Pflege sollte bei Inkontinenz nie vernachlässigt werden. Nicht nur, damit die Haut sauber und gepflegt bleibt, sondern auch um sich in seiner Haut rundum wohl zu fühlen.

Hautprotektor

Bild: Copyright Hartmann

Blog-Bild: www.ml-media.martinlietz.de  / pixelio.de



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